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Fragen zum Beruf der Tagesmutter

Antworten

Zur Alterssicherung / Rentensicherung

Für bei den abgebenden Eltern angestellte Tagespflege­personen besteht Rentenversicherungspflicht. Arbeit­geber und Arbeitnehmer, also Eltern und Tagesmutter bzw. -vater, zahlen jeweils die Hälfte des Beitragssatzes. Auch selbständig tätige Tagespflegepersonen, die das Betreuungsentgelt vom Jugendamt oder direkt von den Eltern auf privater Basis erhalten, sind versicherungspflichtig, wenn ihr zu versteuerndes Einkommen mehr als 400 € im Monat beträgt.
( Weitere Auskünfte unter:
www.deutsche-rentenversicherung.de).

Wird das Betreuungsentgelt vom Jugendamt gezahlt, wird die Hälfte der Beiträge für die gesetzliche Rentenversicherung steuerfrei erstattet. Liegt das Einkommen unter 400,00 €, kann auch eine private Alterssicherung abgeschlossen werden. Auch in diesem Fall wird die Hälfte der Beiträge bei öffentlicher Förderung vom Jugendamt erstattet.

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Zur Kranken- und Pflegeversicherung

Sowohl angestellte als auch selbständig tätige Tagespflege­personen können grundsätzlich bei ihrem gesetzlich versicherten Ehepartner beitragsfrei über die Familienversicherung mitversichert werden. Vorausgesetzt, sie sind nicht hauptberuflich selbständig tätig und sie erzielen kein zu versteuerndes Einkommen von mehr als 400,00 € monatlich (angestellte Tagespflegepersonen) bzw. 365,00 € monatlich (selbständig tätige Tagespflegepersonen; Stand: 2010). Liegt das zu versteuernde Gesamteinkommen über den festgelegten Grenzen, muss sich die Tagespflegeperson freiwillig gesetzlich oder privat versichern. Wer eine eigene Krankenversicherung hat, muss auch Beiträge für die Pflegeversicherung zahlen. Die Hälfte der Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung wird in ange­messener Höhe vom Jugendamt steuerfrei erstattet.

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Zur Arbeitslosenversicherung

Eine angestellte Tagespflegeperson muss Beiträge zur gesetzlichen Arbeitslosenversicherung entrichten. Arbeitgeber und Arbeitnehmer — also Eltern und Tagesmutter — zahlen jeweils die Hälfte des Beitragssatzes. Nähere Informationen erhalten Sie bei Ihrer örtlichen Agentur für Arbeit oder unter www.arbeitsagentur.de.

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zur Unfallversicherung

Eine Unfallversicherung schützt Sie als Tagespflegeperson vor den Folgen bei Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten. Bei öffentlich geförderter Kindertagespflege werden die Kosten für die Unfallversicherung durch Ihr Jugendamt übernommen, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Arbeiten Sie als angestellte Tagespflegeperson, müssen Sie durch die Arbeitgeber — also die Eltern — unfallversichert werden. Arbeiten Sie als selbständige Tagespflegeperson, sind Sie dagegen in der gesetzlichen Unfallversicherung pflichtversichert. Näheres erfahren Sie bei uns und der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege unter
www.bgw-online.de

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Übernahme der Aufsichtspflicht

Die Eltern übertragen ihre Aufsichtspflicht für die Betreuungszeit an Sie als Tagespflegeperson. Dabei spielt es keine Rolle, in welchem Arbeits- oder Dienstverhältnis Sie als Tagesmutter bzw. -vater ihre Tätigkeit ausüben.
Die Aufsichtspflicht besteht auch ohne einen schrift­lichen Vertrag, sobald die Betreuung eines minderjäh­rigen Kindes übernommen wird. Als Tagesmutter bzw. Tagesvater übernehmen Sie dabei sowohl die unmittelbare wie auch die mittelbare Aufsichtspflicht. Die unmittelbare Aufsichtspflicht bezeichnet die Aufsicht über alle Umstände einer unmittelbaren Situation — zum Beispiel, ob ein Ort oder ein Gegenstand, an oder mit dem das Tageskind spielt, sicher und ungefährlich für das Kind ist. Die mittelbare Aufsichtpflicht geht noch darüber hinaus: Die/der Aufsichtspflichtige muss die Eigenschaften und den Charakter des Kindes abschätzen und dabei dessen Gefahrenbewusstsein oder seine Ängstlichkeit mit einbeziehen. Verursacht ein Tageskind einen Schaden, weil die Tagespflegeperson ihre Aufsichtspflicht verletzt hat, dann muss diese für den Schaden aufkommen.
Hierfür bietet sich der Abschluss einer geeigneten Haftpflichtversicherung an.

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Datenschutz und Schweigepflicht in der Kindertagespflege

Im Sinne des Anspruchs auf das Sozialgeheimnis nach dem Sozialgesetzbuch sollten sich die Vertragspartner Eltern und Tagespflegeperson auch schriftlich in einem Betreuungsvertrag verpflichten, über alle Angelegenheiten, die den persönlichen Lebensbereich des jeweils anderen Vertragspartners betreffen und ihrer Natur nach eine Geheimhaltung verlangen, auch für die Zeit nach Beendigung des Vertragsverhältnisses Stillschweigen zu bewahren.

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Kinderschutz

Jedes Kind hat ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig (vgl. § 1631, Abs. 2 BGB). Die Formulierung dieses Gesetzes ist so eindeutig und klar, dass sich daraus unzweifelhaft eine Verpflichtung der Erwachsenen zum respektvollen Umgang mit Kindern ableiten lässt. Dies gilt für alle Erwachsenen, unabhängig vom Verhältnis, das sie zu den Kindern haben, also auch für Eltern und Tagesmütter und -väter.Diese haben im Sinne des § 8a SGB VIII als Erbringer von Leistungen einen besonderen Schutzauftrag. Beim Jugendamt sind Notruf-Telefonnummern eingerichtet, die jederzeit erreichbar sind.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie beim „Nationalen Zentrum Frühe Hilfen“, einem Projekt des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und des Deutschen Jugendinstituts (DJI) unter www.fruehehilfen.de.
Im November 1989 wurde von der Vollversammlung der Vereinten Nationen das Übereinkommen über die Rechte des Kindes verabschiedet — die „UN-Kinderrechtskonvention“.
Deutschland hat sich mit der Ratifizierung der UN-Kinderrechtskonvention 1991 dazu verpflichtet, den besonderen Schutz von Kindern zu garantieren. Zu den Kinderrechten zählen Persönlichkeitsrechte, der Anspruch auf Möglichkeiten zur Information und Bildung und der Schutz vor Gewalt und Missbrauch. Unter www.bmfsfj.de finden Sie weitere wichtige Informationen zum Thema Kinderschutz.
Der Arbeitskreis Neue Erziehung e.V. hat zum Thema „Kinder gewaltfrei erziehen“ Sonderbriefe herausgegeben, die über www.ane.de kostenfrei zu beziehen sind.
Tipps für Sie zum Weiterlesen:
Bundesfamilienministerium: www.bmfsfj.de → Service → Publikationen → Familie → „Kindertagespflege“ eingeben → pdf-download
Zeitschrift für Tagesmütter und -väter (ZeT):
www.zet-zeitschrift.de
Aktion DAS SICHERE HAUS zum Thema häusliche Gefahrenquellen und Unfallverhütung bei der Kinderbetreuung: www.das-sichere-haus.de → Broschüren → Kinder → pdf-download

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